Wasser-Prawda Magazin 05/2013
Editorial
Es kommt selten vor, dass man als Bluesfan vom ersten Moment an völlig überzeugt und begeistert von der Musik eines bislang unbekannten Musikers ist. Für mich war einer dieser Momente beim Festival „Nordischer Klang“ in Greifswald. Nachdem ich jahrelang drum gebettelt habe, dem Blues in diesem skandinavischen Kulturfestival einen Platz einzuräumen, hatte man in diesem Jahr tatsächlich einen Bluesmusiker eingeladen.
7. Juni: Blues in Stralsunder Kulturkirche St. Jakobi
Steve Grandinetti - Heart Of Me
Blues, Jamrock, ein wenig Soul und Popmelodien - bei Songwriter Steve Grandinetti stehen immer die Songs im Vorgergrund, nicht die Festlegung auf einen einzigen Stil. So ist sein neues Album „Heart of Me“ mit seinen 18 Songs auch eine musikalische Wundertüte. Oder sollte man mit Forrest Gump von einer Schachtel Pralinen reden, bei der man nie weiß, was man bekommt, bevor man probiert?
Jes Holtsø: Nennt ihn nicht Börge!
Die Wiedergeburt als Bluessänger.
Es gibt Momente, da weiß man einfach, dass hier etwas ganz Bedeutendes geschieht. Als Janis Joplin in Monterey „Ball and Chain“ mehr zelebrierte als sang, war die Frage, ob Weiße den Blues singen können, für das weibliche Geschlecht ein für allemal geklärt. Und als Joe Cocker in Woodstock mit seinen unbeholfenen Bewegungen und seiner aus tiefstem Herzen kommender Stimme „With A Little Helpf From My Friends“ ins Publikum schrie, war selbiges auch sofort davon überzeugt, dass hier ein echter Bluessänger geboren war.
Ähnlich ging es mir am 11. Mai im St. Spiritus zu Greifswald. Im Rahmen des Festivals Nordischer Klang trat dort Jes Holtsø erstmals in Deutschland auf:
Willie “Big Eyes” Smith & Roger “Hurricane” Wilson – Live Blues Protected by Smith & Wilson
Bluestorm Records 2012
Cash Box Kings - Black Toppin‘
Blind Pig 2013
Big Frank Mirra & The Healers - Sparky‘s Lounge
Man vergleicht ihn von seinem rockenden Slidespiel her schon mal mit Hound Dog Taylor. Der New Yorker Gitarrist und Songwriter ist hörbar auf jeden Fall ein Experte für die traditionellen Spielweisen des Blues in der Gegend zwischen Taylor, Elmore James und anderen Slidespielern. Das kann man gut auf seinem aktuellen Album „Sparky‘s Lounge“ nachvollziehen.
The Ori Naftaly Band - Happy For Good
Diese Band ist im letzten Jahr gehörig durchgestartet: Nachdem das Debüt vor allem Bluesklassiker in frischen Interpretationen beinhaltete, kamen für die Ori Naftaly Band nicht nur Konzerte in ihrer israelischen Heimat. Auch durch die Niederlande tourte die Band um den Gitarristen Ori Naftaly und Sängerin/Songwriterin Eleanor Tsaig erfolgreich. Und bei der International Blues Challenge kam die Band als erste aus Isreal bis ins Halbfinale. „Happy For Good“ heißt das jetzt veröffentlichte zweite Album. Und es hat jedes Lob verdient.
Hippieblues auf Rügen
„Blues und Hippies“ lautet das Motto des diesjährigen Bluewave Festivals auf Rügen. Für die Tage zwischen 20. und 23. Juni sind daher nicht nur eine Hommage an Jimi Hendrix geplant sondern vor allem auch Auftritte von Musikern, die man als noch aktive Hippies bezeichnen könnte. So wird Have Mercy, die erste Band von Henry Heggen und Brian Barnett auf dem Festival ihr Revival feiern. Das Abschlusskonzert betreitet der Pianist Gene Taylor (Foto) mit seiner Band, der schon bei Canned Heat, The Blasters und den Faboulous Thunderbirds gespielt hat.

















Den Nagel auf den Kopf getroffen! Danke Nathan!
Für die Fans (und die, die es werden) hat Ad Vanderveen ein weiteres, sehr persönliches Album seinem reichen Schaffen hinzu gefügt....
siehe auch
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/essayunddiskurs/2103323/
Paul Barrere ist der hauptsächliche Sänger (und Songwriter). Gesangsbeiträge kommen auf dem Album auch von Sam Clayton und Fred...
Wer ist denn der neue Sänger der Band? Hab' Little Feat im Februar '13 live in Hamburg gesehen, aber ein neuer Sänger war nicht dabei....