Seit Mitte der 80er Jahre gilt der kalifornische Songwriter und Gitarrist Chris Cain bei Kollegen als einer der unterschätztesten Bluesmusiker. Seine Musik zwischen relaxt swingenden Bluesnummern mit Jazzausflügen bis hin zu souligen und auch mal rockig zupackenden Klängen ist ziemlich einzigartig. Mit “Raisin’ Cain” ist er jetzt erstmals beim Label Alligator unter Vertrag. Und er nutzt die Chance auf größere Bekanntheit mit einem seiner besten Alben.

Er singt davon, wie er durch das Aufwachsen in einer musikalischen Familie zwangsläufig zum Bluesman werden musste. Fast zynisch singt er über Beziehungen, schimpft auf Vermieter oder schildert – ob zufällig oder zwangsläufig passend zum Lockdown – das Leben eines Menschen, der verurteilt ist, auf der Couch rumzuhängen und dämliche Fernsehsendungen en masse zu konsumieren.

Musikalisch ist die Gitarre von Chris Cain mal ganz in der Nähe der von ihm verehrten drei Kings der Bluesgeschichte. Mal lässt er sie für Jazzexkursionen von der Leine oder sie liefert einfach den perfekten Background für seine ungeheuer soulige Stimme. Produziert wurde „Raisin Cain“ von Kid Anderson in dessen großartigem Studio. Herausgekommen ist dabei eines der bemerkenswertesten Alben des Bluesjahres 2021. Wer elektrischen Blues in seiner schönsten Form mag, wird diese Scheibe lieben.