defordbaileyErster überregionaler Star der Mundharmonika aus dem Bereich des Blues war De Ford Bailey, ein 1899 geborener Musiker. Heute wird Bailey als einer der ersten Country-Stars überhaupt gesehen – doch das komische daran ist: Bailey war ein Farbiger. Er gehörte zur ersten Generation der jahrzehntelangen Institution der Country-Musik, der Grand Old Opry in Nashville.

Von 1926-1941 trat er jede Woche auf und wurde als “Hexenmeister der Harmonika” gefeiert. Und wahrscheinlich wusste kaum einer der zahlreichen Radiohörer, dass dieser Mann ein Farbiger war. Eine der Paradenummern seines Programmes war der “Pan American Blues”. Hier zeigte er sich als Meister der “Zugnummern”, einer der Glanzpunkte von Mundharmonikaspielern bis in die Gegenwart.

Das Nachahmen von Geräuschen aus der Umwelt zeigte den Virtousen im Unterschied zum Amateur, der sich auf das Melodiespiel in der Band konzentrierte.Neben Zügen wurden vor allem Fuchsjagden (mit dem Bellen der Hunde und auch mit in die Jagd eingreifenden Katzen) oder gar Gefängnisausbrüche als Solonummern gespielt.

Baileys Karriere als Musiker endete 1941, als er von der Grand Old Opry gefeuert wurde. Die Gründe dafür werden verschieden angegeben. Einer besagt, dass er aus lizenzrechtlichen Gründen seine eigenen auf Platte veröffentlichten Titel nicht mehr live spielen durfte. Von einem Tag auf den anderen hätte er ein komplett neues Programm erarbeiten müssen, was er nicht verstand.

Von da ab lebte Bailey in Nashville als Schuhputzer und trat nur noch vereinzelt live auf. Aus Bitterkeit über den Rausschmiss lehnte er in den 60er und 70er Jahren die meisten Angebote von Funk und Fernsehen ab. 1982 starb Bailey in Nashville. 2005 wurde er endlich in die Country Music Hall of Fame aufgenommen.