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die verliebte musicbox

ihre augen lispelten: „laß mich fallen! – heb mich auf!“, und ihre lippen fügten bewegungslos hinzu: „dich küß ich nie!“ meine augen waren entzündet, und kleine säckchen unter diesen schnalzten hängend: „dich küß ich immer!“, und die socke auf meinem linken fuß fügte stockend und WEITERLESEN

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ohne fangschuß anbei

ich hockte herum. zu nichts in der lage. über stunden bewegungslos. in einem gefühl, als kauerte ich eingefroren in einem karton, den die sinnlosigkeit um mich gefaltet hatte. diese unsichtbare, mich einhüllende pappe war einfach nicht zu zerschlagen. meine ohnmachtsgefühle prallten ab, beulten mich auf’s WEITERLESEN

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stoffsauer

nebel. eine hand vor augen sehen? wessen hand? oder kam der äußere wahrgenommene nebel gänzlichst aus dem inneren des mannes, stellte sein inneres sich ihm von außen vor? stellte die sicht sich zwischen seine sicht?   „ich sichte nichts mehr, komm an nichts mehr ran.“ WEITERLESEN

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endspringer

und dann springt dir das ende wie ein sich abreibender staubpilz in den nacken.  du hast nur einen schatten gesehen. schnell und doch so schwerelos. so furchtbar leicht. schlägt er dich um. wie ein fliegender beutel. und dann kommst du dir selber vor wie ein WEITERLESEN

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gewinnend im rundumcasino

und wenn der hase seine bunten flügel hängen läßt, der schmetterling die langen ohren aufrecht stellt, nach allen seiten dreht und lauscht, das löwenmännchen seine glatze im tümpel der oase spiegelt, die feldmaus sich die läuse aus der mähne schüttelt, das känguru die margarine im WEITERLESEN

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kappenlos

fliegender teppich. würd ich mich heute gar nicht mehr rauftrauen. eine tarnkappe. das wär’s.  doch sie verkaufte mir vor meiner wohnungstür etwas anderes. „guten tag, scheren- und messerschleifer. sollen wir ihnen was schleifen? wieder richtig scharf machen? küchenmesser vielleicht?“ erst dachte ich, die frau wollte WEITERLESEN

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mannzwergen

„mußt ihr mal ein kompliment machen, dann ist sie auch wieder gut drauf.“ sagte er. „wie kommst denn darauf? meine frau ist doch gut drauf.“ „na ja, wie ein mensch drauf ist, ist doch auch immer ein spiegelbild der beziehung. und wenn ich sehe, wie WEITERLESEN

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drei stuben kurz

Nichts ist schwerer zu ertragen als eine Reihe von guten Tagen. „was für ein bescheuertes sprichwort!“ schimpfte resigniert der mann vor sich hin, „wenn ich doch nur einen davon hätte.“ was für ein blödes quizgitter, wochen, stunden, tage, minuten, der mann kreuzte c an und WEITERLESEN

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und die plätzchen sind auch die besten

„und, was läuft? lange nicht gesehn, was gibt’s neues?“ wollte er von mir wissen. „nichts. nichts passiert.“ antwortete ich ihm. „nichts erlebt?“ fragte er nach. „ach.“ sagte ich „immer dieselbe scheiße. was soll man denn erleben? und du?“ fragte ich zurück. „hab letzte woche ’ne WEITERLESEN

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realität ist zauberwald

frau holle spritzt dir mit muttermilch die betten voll und schüttelt nichts,<br /> rapunzel trägt längst glatze, verkleistert dir die letzten grauen federn an deinen flatternden oberschenkeln,<br /> rumpelstielzchen beißt sich vor eifersucht wie ein pavian in deinem nacken fest,<br /> schneewittchen sucht bei dir WEITERLESEN

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in dank an diesen eiskaffee

<span style=“color: rgb(55, 64, 78); font-family: Helvetica, Arial, ‚lucida grande‘, tahoma, verdana, arial, sans-serif; font-size: 13.63636302947998px; line-height: 20px;“>hockst in allen gefährten des lebens. im feuerwehrauto, im polizeiwagen, im sandkasten. im rettungswagen, im taxi, im eigenen auto, das plötzlich, was du sonst nur aus actionfilmen kennst, WEITERLESEN

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wann kommt und weht die weiße fahne

noch ein versuch seine kraftlosen beine zum schwer tragbaren sein in bewegung zu bringen, einen fuß vor den anderen zu stellen, sich in einer unsichtbaren schmerzenden hülle, qualvoll und dennoch empfindungslos gegenüber einem weiterleben, zur therapeutin zu schleppen, die wie sternenhaufen explodierenden suizidalen impulsketten im WEITERLESEN

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keiner kann was sagen

der alte mann schüttelte den kopf.<br /> ich nickte. – wir wußten beide nicht warum,<br /> lachten und schauten den pickenden,<br /> mutig dahertrabenden tauben nach.<br /> ihr pfad war weißgeschissen. -<br /> es war ihr weg.<br /> kein wort stolperte über seine halbgeöffneten lippen,<br WEITERLESEN

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und nun ab zum italiener

<span class=“userContent“ data-ft=“{&quot;tn&quot;:&quot;K&quot;}“>der mann bog kurz vor der stadt auf den rastplatz neben der fernverkehrsstraße, hielt, stieg aus, atmete tief durch, ging zwei meter in den wald und pinkelte, ging zurück und setzte sich auf die bank neben seinem auto, zog die packung zigaretten hervor WEITERLESEN

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ich hab es gerne

„ich mag es am liebsten, wenn mein mann mir montags als erstes den schlüpfer vollwichst, den zieh ich mir dann über, und dann komm ich gut durch den arbeitstag nach dem wochenende. und machmal trägt mich das sogar die ganze woche.“<br /> „glaub ich dir WEITERLESEN

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titelersparnis

es war ohnehin schon ein lauer abend. die kneipe lau. unsere stimmung lau.<br /> „dann laß uns zu der lyrikerin gehen. die ist ziemlich bekannt. sie liest heute abend. ich glaub zwar nicht, daß das besser wird als hier, aber vielleicht ein bißchen anders. eigentlich WEITERLESEN