und nun ab zum italiener

 <span class="userContent" data-ft="{&quot;tn&quot;:&quot;K&quot;}">der mann bog kurz vor der stadt auf den rastplatz neben der fernverkehrsstraße, hielt, stieg aus, atmete tief durch, ging zwei meter in den wald und pinkelte, ging zurück und setzte sich auf die bank neben seinem auto, zog die packung zigaretten hervor und steckte sich eine an, inhalierte in tiefen zügen, stieß den qualm er<span class="text_exposed_show">leichtert aus.<br />    immer wieder parkten autos ein, männer verschwanden in dem wald und kamen irgendwann wieder.<br />  was ist los hier? die können doch nicht alle zehn minuten und länger pinkeln, soviel stoff gibt doch keine blase her, fragte sich der mann.<br />   andere saßen in ihren autos, wartend, daß jemand in dem wald verschwand und stiegen ihm dann nach.<br />    der mann rauchte seine zehnte zigarette, ließ sie fallen, trat sie aus, ging zum auto, nahm einen langen schluck aus seiner wasserflasche und ging pinkeln, sah männer hinter bäumen stehen und wichsen, kniff die augen zusammen und sah etwas weiter entfernt jemanden vor einem strauch hocken und zwei kerlen die schwänze abwechselnd blasen.<br />    irgendwie hat das hier was, nur schade, daß keine frauen zu sehen sind. regte der mann sich auf, spürte, daß er ein bißchen zitterte.<br />     als er sich wieder auf die bank hockte, sah er, wie ihn ein kerl aus einem auto heraus anstarrte. der mann trat seinen kippen aus und ging zum auto rüber. der kerl im auto ließ die scheibe runter und der mann fragte: „ist das hier ein outdoorplatz? ich seh nur männer, keine pärchen. sind hier nur männer oder trifft man hier auch pärchen oder frauen an?“<br />   „früher mal. da waren auch pärchen hier, aber dann kamen nur noch männer und dem letzten pärchen wurden die ganzen kerle dann zu viel. jetzt ist das nur noch ein reiner schwulenparkplatz. aber wenn dir so ist, da hinten ist einer, der bläst den ganzen tag schwänze ab, von morgens bis abends, nicht nur in der mittagspause.“<br />  „das ist ja mist, daß hier nur noch schwule sind. danke dir trotzdem.“ sagte der mann und ging zurück zu dem überdachten holztisch und den dazugehörigen lehnenfreien bänken neben seinem wagen.<br />  schwul müßte man sein. sicherlich gibt’s dann auch hin und wieder probleme, aber längst nicht so, als wenn man hetero ist. ist doch alles freier und ungezwungener, viel mehr abwechslung unter den typen. warum stellen sich frauen bloß immer so an?, dachte der mann und konnte nachempfinden, wie geil es dem schwanzlutscher da hinten gehen mußte, wie jeder neue tag ihn anlacht, ihn beschwingt und geil aus dem bett federn läßt, jeder tag für ihn angenehmer ist, als das glauben und warten auf den himmel. himmel und hölle. für den kerl wird der himmel als nachbarort der hölle ein scheißdreck sein, der tägliche himmel ist hier auf erden, vor, hinter oder im gebüsch, das war es, dieses faible, dieses tun, das wird es sein für ihn auf erden, die vorfreude auf jeden neuen tag, die freude im sein beim tun…<br />     warum nur ging so etwas nicht bei heteros, warum kamen nicht frauen hier her und ließen sich ihre mösen lecken, warum nicht? der mann wünschte sich schwul zu sein.<br />   „geh mal hin zu dem, der lutscht und schluckt dir den schwanz vom feinsten. und der lkw-fahrer da, siehst du den bock, der kastenwagen da mit dem nummernschild… der hat den größten schwanz, den ich jemals gesehen habe, geh mal rüber zu dem großschwanz, der hat das ding auch ausgepackt, mußt du dir mal ansehen, weiß gar nicht, warum der so gut blasen kann, der ist verheiratet und bläst trotzdem unglaublich, das ist eine schwanzbehandlung, sag ich dir, die mußt du mitnehmen, geh mal hin.“ nestelte ein an ihm vorbeilaufender mann am hosenschlitz und rückte seinen schwanz in die für ihn gewohnte lagerposition.<br />     „kann nicht, bin nicht schwul. aber was hat verheiratetsein mit geilem schwanzblasen zu tun, das kann er doch trotzdem gut können und…“<br />   der tippgeber war längst verschwunden, und der mann schaute den abremslichtern beim verlassen des rastplatzes hinterher. die vorstellung barthaare eines mannes an seinem schwanz zu spüren war ihm unangenehm. aber vielleicht hatte der kerl da hinten gar keinen bart? hätte er doch nur gefragt.<br />  als der mann das nächste mal seine blase entleeren ging, stellte er sich einfach nach dem pinkeln neben einen versteckt hinter einem baum wichsenden kerl: „entschuldigung, kommen hier manchmal auch frauen her oder pärchen?“ der kerl zeigte ihm seinen angewichsten schanz: „früher mal, da war hier was los, da kamen auch pärchen her, aber dann kamen einfach zuviele männer. ich hab zwar auch eine alte zuhause“, er deutete auf einen nicht sichtbaren ort hinter dem wald, „aber es zieht mich trotzdem immer hier ins gehölz, pärchen kommen hier nicht mehr, aber so ein lastwagenfahrer mit einem richtig dicken schwanz…“<br />  „danke.“ sagte der mann.<br />  „willst mal anfassen oder ich bei dir?“ fragte der kerl, der sich jetzt während des redens am schwanz herumspielte, leicht weiterwichste.<br />     „nee, will ich nicht.“ sagte der mann und verließ den wichsenden, sah sich noch einmal um und sah den mann breitbeinig neben dem baum stehen und ihm nachschauend hinterherwichsen.<br />   sein handy meldete sich im auto. der mann ging ran: „ja schatz, was gibt’s dringendes?“<br />   „wo bleibst du denn? meine eltern sind schon da. wir wollten doch mittag gemeinsam zum italiener?“<br />    „bin schon fast da. bin schon am ortseingangsschild, mußte nur nochmal schnell pinkeln. bis gleich, schatz.“<br />  der mann drückte das gespräch weg, stieg hinters lenkrad und startete, sah beim runterrollen vom rastplatz, einen dunklen mercedes blinkend hinter sich die fahrt abbremsen und im rückspiegel erkannte er hinter der frontscheibe des heranrückenden wagens krawatte und sonnenbrille.</span></span>

UNTERM SAFT GEHT’S WEITER / 37

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