Als Mitgründer von Roomful of Blues war Duke Robillard einer derjenigen, die dem Jumpblues wieder zum Leben erweckten. Doch auf diesen Stil hat sich der Gitarrist niemals festlegen lassen. Immer wieder hat er neue Stile in sein Spiel integriert, ob Swing und Jazz, Country und mehr. Mit seinem neuen Album veröffentlicht er jetzt erstmals ein rein akustisches Album und spielt eine höchst eingängige und elegante Mixtur aus Blues, Jazz, Folk aus den Appalachen ganz im Stil der 20er bis 40er Jahre. Man könnte fast sagen, dieses Album ist eine musikalische Definition dessen, was man heute gerne als Americana bezeichnet.
 

Schon der Opener, Stephen Fosters uraltes „My Kentucky Home“ sollte jedem eines klar machen: Dies ist kein Album für die lauten Momente. Hier wird feinsinnig und diffenziert fast kammermusikalisch musiziert. Egal ob Robillard mit seinen Gästen (unter anderem Maria Muldaur, Sonny Crownover, Marty Flower, Jerry Portnoy oder Jay McShann) Klassiker von Hank Williams, Jimmy Rodgers oder Big Bill Broonzy anstimmt oder eigene Songs zu Gehör bringt, immer sind es die feinen akustischen Nuancen, die eleganten Läufe und nicht der oberflächliche Effekt, die im Mittelpunkt stehen. Ähnliches hab ich in der Vergangenheit in dieser Großartigkeit höchstens auf Ry Cooders Album „Jazz“ gehört.

Robillard präsentiert sich hier nicht nur als Meister auf sämtlichen akustischen Saiteninstrumenten zwischen Banjo, Mandoline und Gitarren. Er ist hier auch als Sänger zu erleben, der ebenso swingenden Jazz singt wie er Rodgers „Jimmies Texas Blues“ jodelt.

Ähnlich vielseitig wie die musikalischen Quellen des Albums sind auch die verschiedenen klanglichen Welten, die er mit seinen Mitmusikern findet: mal klaische Bluesbands mit Harp und Piano, mal Jazzcombos mit Klarinette und mehr. Das ist mit Sicherheit eines der besten akustischen Bluesalben des Jahres 2015!.(Dixie Frog/H‘ART)