3dayzwhizkey3 Dayz Whizkey kommen aus Regensburg in Bayern. Auf ihrem Debüt „The Devil And The Deep Blue Sea (VÖ.: 17. August) findet sich knochentrockener Bluesrock nicht nur für Biker.

 

Also die handschriftliche Notiz, die die Plattenfirma dem Album beigelegt hatte, war schon mal prima. Besonders das Kleingedruckte darunter. Da findet sich nämlich ein Zitat von Lemmy, dass ein Gitarrensolo nicht länger sein darf als das Geräusch beim Öffnen einer Bierflasche. An Motörhead fühlt man sich nämlich erinnert, wenn man das Albumcover von 3 Dayz Whizkey betrachtet. Allerdings sind die Songs der Band aus dem bayrischen Regensburg mit dem heftigen Rock & Roll von Lemmy und Co. weniger verwandt als mit ZZ Top, Led Zeppelin oder auch mit CCR. Damit sind allerdings nur grobe Koordinaten angegeben. Was das live inzwischen auf fünf Leute angewachsene Trio hier spielt sind also stampfende Bluesrocknummern der angenehmen Art mit hoher Partytauglichkeit.

Klar, die Metal-Klischees werden in den Songs immer wieder zitiert. Was soll man auch von einer Truppe erwarten, die ihre Musik als „Blues from Hell“ anpreist? Da werden also die Folgen des Suffs ebenso thematisiert wie diverse düstere Geschichten über Auftragskiller. Lediglich zwei der Lieder sind Coverversionen. Dabei fällt das trocken runtergerockte „Superstition“ von Stevie Wonder besonders auf. Musikalisch wird das Genre insgesamt nicht neu erfunden. Dafür wird amtlich gerockt und die Lieder haben keinerlei Ballast von überlangen Gitarrenexkursionen oder ähnlichem Spielkram. So macht die Musik Spaß nicht nur beim abendlichen Bier in der Lieblingskneipe. Selbst beim Einsatz in einer frühmorgendlichen Radio-Show wurden keine Proteste laut. Was kann man sich mehr wünschen? Man darf gespannt sein, wie 3 Dayz Whizkey sich in den nächsten Jahren weiterentwickeln.

„The Devil And The Deep Blue Sea“ erscheint am 17. August bei Timezone in Osnabrück, kann aber jetzt schon bei Amazon vorbestellt werden. Ich hatte durchaus viel Vergnügen dabei. Auch wenn ich nicht so lang brauche, eine Bierflasche zu öffnen wie die Jungs für ihre Solos. Aber solange sie nicht so lang sind, wie ein frischgezapftes Pils braucht, geht das schon in Ordnung.