brooksjrEin Phänomen des Blues habe ich erst in den letzten Wochen wirklich zur Kenntnis genommen: Kinder von Bluesmen ergreifen ziemlich oft den Beruf ihres Vaters. So auch Wayne Baker Brooks, Sohn des Chicagoer Sängers und Gitarristen Lonnie Brooks. Der Begeisterungsausbruch kam per Twitter: „Congtrats Dad! Love you Man! Chicago icon Lonnie Brooks, and Bonnie Raitt and Charlie Musselwhite, for election to Blues Hall of Fame!“ Wer da so zwitscherte, ist der Sohn von Lonnie Brooks, seines Zeichens selbst Bluesmusiker. Seit er 2004 bei Alligator sein Debüt „Mystery“ veröffentlicht hat, gehört er selbst zur Szene Chicagos. Wobei er allerdings wesentlich mehr Rock, Soul, Funk oder gar HipHop in seine Musik einführt als sein dem klassischen Chicago-Blues zugehöriger Vater. Wenn man denn unbedingt nach Einflüssen suchen will, kann man WBB als Fan von Led Zeppelin und des harten Texas-Blues verorten.


QuantcastMit seinem Namen – und natürlich auch seinem Können an der Gitarre – konnte er schon in Sessions neben Buddy Guy, John Mayall oder Otis Rush bestehen. Doch auch mit Slash von Gun N Roses (als die noch gut waren und kein reiner Ego-Trip von Axl Rose), George Thorogood oder Chris Robinson von den Black Crowes spielte er schon zusammen. Seine Karriere begann er allerdings auf die ganz harte Tour. Mehr als 150 Konzerte im Jahr gab er in der Band seines Vaters.

1999 spielte er gar für Hillary Clinton (damals noch First Lady) bei Chess Records in Chicago. Die soll übrigens hinterher gesagt haben: Mein Mann wird eifersüchtig sein, weil er das verpasst hat!“ Daneben tauchte er auch in Filmen (unter anderem bei Blues Brothers 2000) auf und ist Co-Autor des weltweit übersetzten Buchs „Blues for Dummies“.

Vielleicht liegt es auch daran, dass leider noch kein neues Album von ihm in Sicht ist?