verfolgerwurst mit einem tod dazwischen

der mann konnte nicht ohne sich und nicht mit sich.

seinen bartstoppeln war das egal, sie wuchsen trotzdem.
"tolle jagdwurst!", entkam es ihm, er verfolgte sich selbst und ließ sich stehen.
sollte er sich verlassen und dem tod, dieser blankpolierten und abgenutzten heimorgel, vorzeitig einen faulen backenzahn ziehen?
wie denn, wenn er nicht ohne sich und nicht mit sich konnte? 
zu durcheinander, um sich umzubringen? zu kaputt, um kraft zu greifen?
wie in jeder anderen sucht steckte er in stiefeln einer ohnmacht fest, welche das ableben aufschob. fest, in zwei nummern zu kleinen, die füße umklammernden stiefeln, abgesackt in einem vom regen aufgeweichten erdhügel auf den gebeinen der schon befreiten.
"du ewig dich selbst eingeholte verfolgerwurst! verpiß dich! mach auf deine enden! zeig mir deine faulen zähne!"
"ich bin der tod!", schrie er sich entsetzt zurück, "jeder ist sein eigener tod! ich idiot, ich muß auf gar nichts warten! nur auf mich, ich bin mein tod! ich bin nicht mit und nicht ohne mich, ich bin…!"
das war alles was er konnte. nicht ohne und nicht mit sich.
"gott ist immer noch in eigener haft und hat schwarze zähne vom passivrauchen, schwarze augen vom schauen, ist er nicht mit und doch ohne?"
der mann sah die undefinierbaren farben der unendlichkeitsstoßzähne auf sich zukommen. bildete er sich die nie zuvor gesehenen farben nur ein? er wollte ohne sich und konnte nicht mit.
"ich bin euer tod!", schrie er den unmischbaren farben entgegen, und die farben malten kein bild und kein licht in die buchstaben der nutzlosen sätze, sogen nur die vor ihm auf dem tisch liegenden salzstangen und brezeln in ihre bunte formlosigkeit auf, die erdnußflips und sein abhängendes kopfhaar. der mann schlug mit einer hand dazwischen, und aus der anderen fiel ihm einfach seine halb aufgerauchte zigarette.

…deine zunge und deine lippen, sinnloses glück. warum hat jeder nur sein eigenes herz? keine wahl dem auserwählten, milliardenfach die wärme zum erfrieren, gesetzt das gesetz dich zu verlieren…

UNTERM SAFT GEHT’S WEITER / 96

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