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Es war im Jahr 2008. Krieg wurde in den Medien dank der Politik immer mehr zum Alltagsgegenstand. Da veröffentlichte Maria Muldaur ihr Album “Yes we can!” als Statement gegen den Krieg. Zu Gast dabei waren unter anderem Joan Baez, Jane Fonda und Bonnie Riatt. Selten klang eine Friedensbotschaft derartig funky.

Ich weiß nicht, wer für den Spruch: Politisch Lied = garstig Lied verantwortlich ist. So ganz ohne Grund entstand er kaum. Denn es sind oft die Lieder mit den hehren Botschaften, die musikalisch totlangweilig und platt geraten. Das trifft auf “Yes we can!” allerdings nicht zu. Hier ist die Botschaft der Musik ebenbürtig. Und in Muldaurs Interpretation hört man sich selbst Stücke von Leuten an, die einem sonst nie in den CD-Player geraten würden.

Die Lieder, die Muldaur gemeinsam mit ihren alten Weggefährten interpretiert stammen von Dylan (Masters of War, License to kill), Edwin Starr (War) und Allan Toussaint (Yes we can) ebenso wie von Garth Brooks oder Timmy Thomas. Hier hören wir Blues, Cajun, Gospel, Soul – und all dass in einer Form, die einen sofort im Bauch und den Beinen erreicht. Und der Groove überdeckt völlig, von wem eigentlich die Originale stammen.

Manche werfen Muldaur in den letzten Jahren ihre scheinbare Abgeklärtheit vor: Hier ist keine Wut, die heraus geschrieen wird. Die Texte kommen mit einem Understatement herüber, dass man eine emotionale Unberührtheit vermuten könnte. Doch wer so urteilt, hört schlecht hin. Denn die Botschaft, die in so einer tanzbaren Musik versteckt ist, erreicht einen quasi durch die Hintertür. Und so kann man “Yes We Can!” nicht nur (wegen der illustren Teilnehmerschar) Alt-Hippies empfehlen. Auch Fans zeitgemäßer Blues- und Soulmusik kommen daran nicht vorbei. Und Freunde des politischen Liedes auch nicht.