John Mayall – Find A Way To Care

Andere denken ans Sterben und er macht ´ne neue CD – Find a Way to Care. John Mayall wird 82 dieses Jahr, aber beim Hören seiner neuen CD kann man davon nichts spüren. Der Blues ist sein Jungbrunnen. Gewohnt kraftvoll und mit seiner ganzen Erfahrung legt er eine CD-Veröffentlichung hin, die ein Bluesfan haben muss.

Wenn man bedenkt, mit welchen bekannten Bluesmusikern John Mayall schon CD´s eingespielt hat, so scheint die Besetzung für diese CD eher bescheiden, aber nur von der Quantität her, nicht von der Qualität der Musiker. Rocky Athas (Gitarre), Greg Rzab (Bass) und Jay Davenport (Drums) und natürlich der Meister (Gesang, Piano, Harp, Organ, Gitarre), das ist die Besetzung, die wie man hört, eine hohe Qualität hat. Und das kommt auch nicht von ungefähr. Denn schließlich ist er mit dieser Band schon seit einigen Jahren beständig auf Tour unterwegs.

John Mayall spielt auf dieser CD neben eigenen Songs viele Bluesklassiker („Drifting Blues“), welche er neu arrangiert hat. Dabei wird ganz das Piano in den Mittelpunkt gestellt, das ist ein Markenzeichen dieser Scheibe. Nur hin und wieder greift Mayall auch zur Bluesharp oder zur Gitarre.

Der Titel des Albums ist Programm, Blues kann für eine kranke Seele die genau passende Pflege sein, vielleicht gibt es ja diese Scheibe demnächst auf Rezept…

Eigentlich möchte ich keinen Titel aus der homogenen Bluesmasse herausheben, tue es aber doch. „Long Distance Call“, der Titel liefert alles, was so ein Blues braucht. Dieser Klassiker von Muddy Waters wurde von John Mayall neu arrangiert und dabei wurden Muddy´s Gitarrenriffs auf das Piano transferiert. Mir gefällt das. Und als hätte ich es geahnt, fängt man an einen Titel hervorzuheben, kann man gar nicht mehr aufhören damit. Gleich der nächste Titel „I Want All My Money Back“ ist ein Super- Blues, etwas schneller vielleicht.

Für einen Grammy wird es auch dieses Mal nicht reichen (da liegt für mich Buddy Guy vorne), aber dennoch eine sehr gute Bluesscheibe. Vielleicht bekommt John ja einen Grammy für sein Lebenswerk – verdient hätte er es.
 

 

 

 

 

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