WP-Rezension-MusikZum Prinzip “Fundgrube” gehört es, dass man sich auch mal auf völlig unbekannte Namen einlässt. Und manchmal wird man einfach in positivem Sinne sprachlos. Wie etwa bei der 1997 erschienenen Scheibe “Wrapped In Sky” von Drivin’ n’ Cryin’, einer in Europa völlig und in den USA ziemlich unbekannt gebliebenen Band. Erster Höreindruck: Ein beeindruckendes Album zwischen Alternativrock, Americana und Singer/Songwriter-Tradition. Und dazu ein wenig Melancholie in der Tradition von R.E.M. Eigentlich kam die Gruppe vom Southern Rock her und hatte sich vor allem im Süden einen Ruf als Liveband erspielt. Auf ihren Platten wurde der Wandel hin zu einer Heavyband vollzogen. Doch dann kam R.E.M. und alles, was aus dem Süden kam, war “the next big thing” in der Presse. Gitarrist und Sänger Kevn Kinney hatte zwischendurch schon paar Soloscheiben veröffentlicht.

Doch Wrapped In Sky, leider das letzte Werk der Band, ist ganz anders geraten, als die harten Vorgänger. Kein Blues-Hard-Rock-Gitarrengeknödel. Sondern elf glänzende Schmuckstücke der Alternativrockszene der Südstaaten. REM ist als Vergleich natürlich naheliegend. Doch gerade die zuweilen aufblitzende Schwermut erinnert unwillkürlich daran. Und Peter Buck ist an Dulcimer und Mandoline dabei. Ein wunderschönes Album für heiße Abende und Nächte unterm Sternenhimmel.