Musiker, Fans und Vertreter aus der Musikindustrie wollen einen weltweiten Tag des Blues ausrufen. Eine von dem New Yorker Gitarristen und Filmemacher Johnny Childs gegründete Initiativgruppe hat jetzt das selbstgesteckte Ziel von mehr als 10.000 Mitgliedern aus aller Welt erreicht. Zur Zeit deutet es darauf hin, dass künftig der erste Samstag im August weltweit als International Blues Music Day begangen werden könnte.

Die Videobotschaft am 26. März aus New York war kurz: Erst ein Blick auf den Zähler der Seite. Die seit Monaten angestrebte Mitgliederzahl überschritt erstmals die 10.000. Darauf hin genehmigte sich der Chef der New York City Blues Society erstmal eine typische Blues-Erfrischung: One Bourbon, one Scotch, one Beer. Nicht wirklich gesund. Aber wenn man es wie Johnny Childs in monatelangem Mühen geschafft hat, Leute aus aller Welt für seine Idee eines Gedenktags für den Blues zu begeistern, dann darf man sich auch mal im Gedenken an John Lee Hooker derartig einen hinter die Binde gießen. Auch wenn das erst das erste Etappenziel für seine Idee ist. Jetzt soll die Arbeit ja erst wirklich losgehen.

In der von Childs gegründeten Initiativgruppe diskutiert man mittlerweile fleißig, wann denn der beste Termin für einen derartigen Gedenktag sei. Über Monate hinweg hatte sich eigentlich eine Mehrheit für Anfang/Mitte April ausgesprochen. Damit hätte man quasi weltweit die Festivalsaison eröffnen können und würde zeitlich auch vor der Anfang Mai in Memphis stattfindenden Großereignisse wie der International Blues Challenge und der Vergabe der Blues Music Awards aktiv sein. Doch dann tauchte letztens die Nachricht auf, dass unter der Schirmherrschaft der UNESCO künftig der 30. April der Internationale Tag des Jazz sein wird. Das hatte der Pianist Herbie Hancock als Botschafter der Kulturorganisation auf den Weg gebracht.

 

Doch die jetzt favorisierte Variante hat auch etwas für sich: Der erste Sonnabend im August liegt zumindest in Europa mitten in den Ferien. Und das Wetter dürfte eigentlich ziemlich gut sein, für große und kleine Open Air Konzerte überall. Und von den Gruppenmitgliedern aus dem Bundesstaat Mississippi heißt es: Gerade zu der Zeit kann man dort am besten nachfühlen, warum die ehemaligen Sklaven auf den Baumwollfeldern letztlich den Blues bekamen. Denn die Hitze dort ist eigentlich kaum auszuhalten. Schon gar nicht bei schwerer Arbeit.

Sobald das Datum steht, soll unverzüglich mit der Vorbereitung zahlreicher Veranstaltungen in aller Welt begonnen werden, so Childs, der schon im Vorfeld Kontakte zu Organisationen und Vertretern der Musikindustrie in den USA aufgenommen hatte. Doch im Gegensatz zum Jazz-Tag der Vereinten Nationen ist der IBMD von Anfang an eben ein Tag der Musiker und Fans und stützt sich von vornherein mehr auf die Initiativen von unten. Man kann also gespannt sein, ob und was es Anfang August für Blues-Events auf dieser Welt geben wird. Wir bei der Wasser-Prawda werden weiter davon berichten.