WP--EditorialDank myspace kommen auch regionale Bands zu berühmten Freunden im Internet. Wie etwa die Greifswalder Blues-Dentisten, die selbst Eric Clapton und Taj Mahal zu ihrem Freundeskreis rechnen dürfen. Und das ohne eine Plattenveröffentlichung.

Ich gestehe: Ich habe keine Ahnung von Myspace. Ich werde nur immer wieder auf Seiten von Bands hingewiesen, die immer mehr den “normalen” Homepages an Aktualität den Rang ablaufen. Aber von der Gestaltung her sind sie oft die Hölle im Netz. Aber das ist eine andere Geschichte.

Was ich zum Beispiel noch nie kapiert hab, sind die Freundschaften der Seiteninhaber in diesem Netzwerk. Wie kommen diese zu Stande? Muss man da bloß einen Klick setzen, wenn einem ne Seite gefällt?
Nehmen wir zum Beispiel The Bluesdentists, ein Greifswalder Spontanprojekt von Bernd Schwahn (Basement Blues Band), Axel Schulz, Ulf Jacobs und Michael Meier. Die haben 2008 eine Tour durch Nordengland gemacht und stellen auf ihrer Seite Live-Aufnahmen aus einem Pub vor. Die Tonqualität ist nicht berauschend. Mal sehn, ob die angekündigte Live-CD besser klingen wird (ich hoffe, ich bekomme ein Rezensionsexemplar!).  Die Musiker hatten aber hörbar ne Menge Spaß. Doch was soll daran besonders sein. Im Netz gibts jede Menge Bluesbands, die meisten bekannter. Viele wahrscheinlich auch deutlich besser.

Wie also kommen Eric Clapton und Taj Mahal dazu, sich als Freunde der Zahnärzte zu outen? Dass bei der kleinen deutschen Blues-Szene (besonders hier im Nordosten) jemand wie die East-Blues-Experience Interesse zeigt, ist ja verständlich. Aber Clapton? Und Taj Mahal? Und das bei insgesamt bis jetzt 12 eingetragenen Freunden! Das macht einen alten Mann doch neugierig. Und neidisch (ja selbst ein Pfaffe ist dagegen nicht gefeit!). Vielleicht sollte ich mir auch ne myspace-Seite zulegen, um solche Freunde zu bekommen? Aber muss ich dann anfangen zu singen? Das wollte ich eigentlich der Welt ja ersparen.