der gemeine herbst

UNTERM SAFT GEHT’S WEITER / 21

 <br />  <span class="userContent" data-ft="{&quot;tn&quot;:&quot;K&quot;}"><span class="userContent" data-ft="{&quot;tn&quot;:&quot;K&quot;}"><span class="userContent" data-ft="{&quot;tn&quot;:&quot;K&quot;}"><span class="userContent" data-ft="{&quot;tn&quot;:&quot;K&quot;}"><span class="userContent" data-ft="{&quot;tn&quot;:&quot;K&quot;}"><span class="userContent" data-ft="{&quot;tn&quot;:&quot;K&quot;}"><span class="userContent" data-ft="{&quot;tn&quot;:&quot;K&quot;}"><span class="text_exposed_show">ich hörte das klopfen an der tür zum krankenzimmer, und dann war die ärztin auch schon an meinem bett: "ihre krankenkasse hat uns angeschrieben. sie bewilligt ihnen nur 21 tage psychiatrischen aufenthalt. soll ihnen nachher jemand beim kofferpacken helfen?"<br />    "ich habe doch gar keinen koffer." antwortete ich mit der zugeschweißten depressionsschwere einer ruhenden elefantenherde innerhalb meines gesamten körperlichen und gemütsschweren vorhandenseins.<br />   "na dann, alles gute!"<br />    "dankeschön." sagte die schwere, kranke herde in mir, und ich wischte mir die von den medikamenten herausgetriebenen schweißperlen vom gesicht.<br />   der herbstwind auf der straße trocknete mir die medikamentennebenwirkungen von der gesichtsepidermis, und mein bißchen schüttelfrost hakte sich bei den gelbbraunen, herunterwehenden blättern ein. sie legten sich schaukelnd und schmuckvoll zu dem straßendreck, und eine große, verstorbene möwe lag schmutzig neben einer bushaltestelle und starrte mit einem toten auge auf eine leere red-bull-dose.<br />  das glas der bushaltestelle war restlos zerschlagen, und tausende kleine würfel aus glas lagen auf gehwegplatten und plastiksitzplätzen wie eine verabredete einladung zum träneneinsammeln erstarrten weinens mehrerer zyklopenaugentropfen.<br />     bäche von schweiß rannen mir über bauch und rücken, und kein wind war in der lage, unter mein gewebe zu wehen.<br />    der busfahrer hatte eine schnapsfahne, und als er an den geschlossenen bahnschranken abrupt bremste, fiel ich einer oma auf den schoß. am liebsten hätte ich meine knotenförmig hervortretenden erweiterungen der mastdarmvenen um den after herum irgendwie im bus gelassen, oder im verschnaufen meiner notlandung die hämorrhoiden in die kleine handtasche aus kunstleder der alten frau gestopft, und die dazugehörige salbe und die zäpfchen gleich mit.<br />    die oma sagte: "aua!!!" ich krabbelte mühsam von ihren oberschenkeln runter und schaute in ihr gesicht.<br />   ich sah zwei schmerzverzerrte lippen, zusammengekniffene augen und ihre etwas verrutschte lupenbrille.<br />    ich rutschte an der haltestange des busses zu seinem ausgang und fand beim aussteigen ein wenig zerknittertes papier. das papier erinnerte mich an etwas. ich hob es auf, faltete es auseinander und erkannte die aufgedruckten zehn euro.<br />    die rußwolke der auspuffabgase des abfahrenden busses wehte mir den geldschein aus der zitternden hand, und die windstöße des herbstes fegten das viele geld dem bus hinterher.</span></span></span></span></span></span></span><span class="text_exposed_show"> </span></span>

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