Ken Bloom:  The American Songbook: The Singers, the Songwriters, and the Songs. New York 2005.

  • ISBN-10: 1579124488
  • ISBN-13: 978-1579124489

Heute wird mit Popmusik meist die Musik ab dem Aufkommen des Rock ‘n’ Roll in den 50er Jahren umschrieben. Doch eigentlich beginnt Pop bereits spätestens mit dem Aufkommen des Radios als Massenmedium. Sänger, Songschreiber und Orchester der Zeit zwischen den 30er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts fasst man heute unter dem nicht wirklich festgelegten Begriff des [[Great American Songbook]] zusammen. Auch wenn man der dahinter stehenden Ansicht, dass das die große und damit künstlerisch besonders wertvolle amerikanische Popmusik war, nicht so einfach zustimmen will, sind diese Lieder Klassiker. Sie werden immer wieder (wie etwa von alternden Rockstars wie Rod Steward) neu eingespielt und sind damit bis heute populär.

Ken Bloom hat in seinem 2005 erschienenen Buch die Geschichte der amerikanischen Schlager seit dem 19. Jahrhundert nachgezeichnet. Er stellt Interpreten und ihre Hits ebenso vor wie die Teams von Songschreibern von George & Ira Gershwin und Rogers & Hart (Foto) bis hin zu den heute vergessenen Songschreibern im Brill Building oder der Tin Pan Alley. Geordnet nach Dekaden werden außerdem die größten Hits mit ihrer dahinter liegenden Geschichte und den wichtigsten Interpretationen nachgezeichnet.

Zahlreiche der Interpreten dieser Songs, sind noch heute in bester Erinnerung wie Ella Fitzgerald, Louis Armstrong oder Frank Sinatra. Auch die populären Bigbands wie die von Glen Miller oder Duke Ellington sind alles andere als vergessen. Doch inzwischen sind solche Sängerinnen wie Lena Horne, die für die Entwicklung des populären Singens enbenso wichtig sind wie für die Anerkennung farbiger Künstler in den USA oft nur noch ein Fall für Spezialisten.

Das monumentale Werk mit mehreren hundert Fotos ist ein Buch, das zum Schmökern geradezu einlädt. Und es erinnert in der heutigen schnelllebigen Popwelt daran, dass es zum Wesen seines großen Popsongs eben auch gehört, dass er jenseits der konkreten Zeit seiner Entstehung noch immer die Menschen erreichen kann. Manko des Wälzers ist die schon in der Anlage getroffene Beschränkung, Songs aus der Zeit des Rhythm & Blues und frühen Rock nicht wahrzunehmen. So werden Songschreiber wie Doc Pomus oder andere, die die Tin Pan Alley in die Neuzeit retteten und die Gefühle der Jugend in den 50ern und frühen 60ern in großartige Songs packten, unterschlagen.

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