Grönemeyer kann nicht nur nicht tanzen

Mensch Herbert, hast Du das wirklich nötig? Die Vorabsingle „Schiffsverkehr“ zu seinem neuen Album lässt einen voller Fragen zurück.

Herbert Grönemeyer hat mit Bochum und Mensch zwei wichtige und zeitlose Alben geschrieben. Und er hat noch einige Songs, die man immer wieder mal gerne hört. Hier unterscheiden sich die Geschmäcker. Manche halten „Currywurst“ für eines der wichtigsten Lieder deutscher Sprache. Ich freue mich immer mal wieder drauf „Kairo“ zu hören – bin also ebensowenig geschmackssicher. Aber „Musik nur wenn sie laut ist“ oder „Mokkaaugen“ sind ganz großes Kino.

Aber uns Herbert macht seit Jahren immer mal wieder was anderes. Eigentlich keine schlechte Idee. Andere Musiker haben das gut vorgemacht, wie man sich musikalisch immer mal wieder neu erfindet. Doch für mich ging das oft gewaltig daneben. „12“ etwa ist musikalisch und textlich so banal, dass es eigentlich kaum schlimmer denkbar war. Doch dann kam seine Hymne übers Ruhrgebiet und überzeugte mich vom Gegenteil.

Und jetzt also: Schiffsverkehr. Flach und banal, musikalisch so verzichtbar wie alle Veröffentlichungen von Grönemeyers Label (abzüglich Neu!). Gähn, schnarch. Das ist nicht die Zukunft des Rock. Das ist weichgespülter Sondermüll in CD-Form gepresst und von der großen Fangemeinde schon jetzt gefeiert. Ich glaub, ich schau mir jetzt noch mal die Szene im „Boot“ an, wo Herbert den Öllappen ins Gesicht bekommt. Oder wenn ich gnädig gestimmt sein sollte sein einzig witziges Video. Und das ist das wunderbar selbstironische Da Da Da…

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