T-Bone Walker (1910-1975)

Lonnie Johnsons Linie des Gitarrespiels wurde fortgeführt von Aaron T-Bone Walker, einem der ersten Bluesgitarristen auf der E-Gitarre. Man geht nicht fehl mit der Behauptung, dass Walker den gesamten Bluesgitarrenstil seither beeinflusst hat.

Walker wurde 1910 in Linden, Texas, geboren. Als er zwei war, zog seine Familie mit ihm nach Dallas. Auch wenn er die ersten Musikstunden von seinem Stiefvater Marco Washington erhielt, war es vor allem Blind Lemon Jefferson, bei dem Walker den Blues wirklich erlernte. Von 1920 bis 23 führte er den blinden Musiker durch die Straßen von Dallas und sammelte für ihn Trinkgelder ein. Danach begann Walker selbst Gitarre zu spielen und zog mit einer Medizin-Show durch Texas.

Als Oak Cliff T-Bone nahm er 1929 seine ersten Platten „Wichita Falls Blues“ und „Trinity River Blues.“ auf. Im nächsten Jahr gewann er den ersten Preis bei einem Talentwettbewerb, einem Auftritt mit der Big Band von Cab Calloway. 1934 zog er nach Kalifornien und hinterließ seinem Freund und Kollegen Charlie Christian (der später als erster großer E-Gitarrist im Jazz bekannt wurde) den Platz in der Band von Lawson Brooks.

1935 oder 1936 begann Walker mit einem Vorläufer der E-Gitarre zu experimentieren und war einer der ersten, die damit öffentlich auftraten. Doch erst 1939 erhielt er die Chance, sie auch auf Plattenaufnahmen vorzustellen. Bereits 1929 nimmt er zwei Titel auf, die aber seinen später charakteristischen Stil nur ahnen Iassen. Der Einfluss Blind Lemon Jeffersons ist unverkennbar, ein weiteres Vorbild ist der in Blues- und Jazzkreisen gleichermaßen anerkannte und bewunderte Gitarrist Lonnie Johnson.

Als T-Bone Walker 1940 mit der Band von Les Hite seine nächste Platte einspielt, liegen bereits mehrere Jahre Erfahrung mit der elektrischen Gitarre hinter ihm. Berühmte Jazzmusiker wie Charlie Christian und Eddie Durham haben ebenfalls ihre Spuren in seiner Spielweise hinterlassen. Sicher ist sein Hit „Call It Stormy Monday“, einer der wesentlichsten Bluesstandards aller Zeiten, der auffallendste Meilenstein seiner Karriere.

Die Namen der Bluesmusiker zu nennen, die sich auf T-Bone Walker berufen, gerät zu einer Aufzählung der Großen dieses Genres: Chuck Berry, Gatemouth Brown, Albert Collins, Lowell Fulson, Buddy Guy, Albert King, B.B. King („er war derjenige, der mich eigentlich veranlasste, mit dem Blues zu beginnen“), Freddie King, Johnny „Guitar“ Watson und Johnny Winter gehören zu den Bluesgitarristen, deren erklärtes Vorbild er ist. Aber auch Rockstars wie Duane Allman, Jeff Beck, Eric Clapton, Jimi Hendrix und Jimmy Page verarbeiten Stileinflüsse dieses Musikers. Dies ist vor allem auf die Konzerte des American Folk Blues Festival in Europa zurückzuführen. Denn in den Staaten war er eigentlich zu der Zeit mehr oder weniger ein Nachtclubmusiker, der von vergangenem Ruhm zehrte. Gesundheitlich war er zu der Zeit schon arg angeschlagen.

Bis in die 70er Jahre hinein hat Walker selbst nicht nur seinen „Stormy Monday“ sondern auch seinen Blues insgesamt immer wieder den aktuellen Entwicklungen angepasst. So sind in seinen späten Aufnahmen auch Anklänge an Disco und Funk zu hören. 1975 starb er an einem Schlaganfall und wurde in Los Angeles beigesetzt.

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