Randy Chortkoff (1950 – 2015)

Als Produzent, Labelchef und Konzertpromoter gehörte Randy Chorkoff seit Jahren zu den wichtigsten Figuren der Bluesszene in Kalifornien. Auch als Mann hinter der All-Star-Band The Mannish Boys und als Harpspieler wird er in Erinnerung bleiben. Am 5. Mai verstarb er in seiner Heimatstadt Los Angeles im Alter von 65 Jahren.
 

Wenn man bei Bluesfans bestimmte Plattenlabel nur nennt, dann haben diese sofort eine klare Vorstellung von deren Musik vor dem inneren Ohr. In den letzten Jahren gehörten das 2005 ins Leben gerufene kalifornische Label Delta Groove Productions und das Tochterlabel Eclecto Groove zu diesen prägenden Plattenfirmen. Musiker wie Rod Piazza, Lynwood Slim, The Mannish Boys gehörten ebenso zu dieser Labelfamilie wie Ana Popovic oder Jason Ricci.

Schon einige Jahre lang hatte der schon als Kind mit Blues und Jazz aufgewachsene Randy Chrotkoff Alben mit Musikern wie Billy Boy Arnold, King Ernest oder Finis Tasby produziert und bei Labels wie Alligaror oder Evidence veröffentlicht. Doch als er keine Partner für seine Produktionen mit Kirk Fletcher und Franck „Paris Slim“ Goldwasser finden konnte, veröffentlichte er sie selbst und vergab Lizenzen an Cross Cut in Deutschland. Bald danach kamen Rod Piazza & The Mighty Flyers und Mitch Kashmar heraus. Und bald danach gründeten sich The Mannish Boys als Supergroup des Labels, bei denen im Lauf der Jahre Finis Tasby, Johnny Dyer, Kirk Fletcher und viele weitere Musiker spielten und sich Gäste wie Paul Oscher, Mickey Champion oder Roy Gains für Alben und Konzerte einluden. Die Mannish Boys waren so etwas wie die ultimative Bluesband der kalifornischen Szene geworden. Und Chortkoff war nicht nur der Produzent sondern auch der Harpspieler der Truppe.

Vor Jahren fragte man ihn in einem Interview, wie seiner Meinung nach die Zukunft der Bluesmusik aussehen würde. Hier eine Übersetzung seiner Antwort:

Gut hoffe ich, oder ich werde nicht viel zu essen haben! Aber ernsthaft: Wenn so viele junge Menschen den Blues fühlen konnten, als sich Bluesplatten noch in Millionenzahlen verkauften, warum können sie das heute nicht? Ich glaube, das liegt daran, dass man ihnen den Blues nicht nahebringt. … Wie Albert King einmal sagte: Wenn Du diese Musik nicht schätzen kannst, dann hast Du ein Loch in Deiner Seele! – Wir brauchen eine weitere British Invasion!
 

Autor

Der Theologe Gary Burnett unterrichtet Neues Testament und neutestamentliches Griechisch am Queen’s University Institute of Theology in Belfast. In seinem Blog "Down at the Crossroads" veröffentlicht er Texte, die besonders den Bezügen zwischen Blues und Glauben nachforschen. In der Glaubensgemeinschaft, in der Burnett lebt, organisiert er außerdem jedes Jahr einen Bluesabend wo es nicht nur Live-Musik gibt, sondern auch gemeinsam über Musik und Glauben nachgedacht wird. http://downatthecrossroads.wordpress.com

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