Peter Green und Fleetwood Mac – Biografie

 

„Ich sah Eric Clapton zum ersten Mal im Crawdaddy Club mit den Yardbirds, und ich war beeindruckt von seinem Spiel. Clapton spielte nicht wie die Rolling Stones oder die Beatles, die ein Solo einfügten und den Songfluß damit völlig unterbrachen. Der gesamte Track muss ein einziger Break sein, in dem die vollständige Band mitarbeitet, nicht nur der Leadgitarrist. Zu einem Wechsel an die Leadgitarre entschloss ich mich, weil ich in einer professionellen Band arbeiten wollte. Und es gab nicht viele gute Gitarristen zu der Zeit. Da war nur Eric Clapton, der das Blues-Ding machte. Und es war großartig, da gab es keinen Zweifel. Also versuchte ich es auch. Ich wollte ihm in gewisser Weise gleichwertig werden.“

Die Chance für den Umstieg auf die Leadgitarre ergab sich dann auch recht bald: Die professionell tätigen „Peter B‘s“ des Organisten Peter Bardens suchten 1965 einen Mann dafür und Green bekam den Job. Bald errang er lokalen Ruhm als Gitarrist. Im August des gleichen Jahres holte ihn Mayall als Ersatz für Clapton, und als sich Londons „Gitarrengott“ unmittelbar nach den Aufnahmen für den musikalischen Meilenstein John Mayall‘s Bluesbreakers feat. Eric Clapton endgültig absetzte, um The Cream zu formieren, holte Mayall Peter Green als dessen Nachfolger fest in seine Mannschaft.

Wenn die Fans der Zeit „Clapton is God“ an die Wände sprühten, gab es jetzt auch Leute, die den Spruch „but Peter Green is better“ fortsetzten. Als Green Mayall verließ, um seine eigene Band zu gründen, nahm er sich als Rhythmusgruppe John McVie und Mick Fleetwood von seinem Lehrer mit. Ergänzt wurde die Truppe durch den Slide-Gitarristen Jeremy Spencer, der von einigen als bester Spieler seit Elmore James angesehen wurde (daneben aber auch als Rock’n’Roller im Stil von Elvis über die Bühne toben konnte).

Der erste gemeinsame Auftritt erfolgte beim legendären Windsor Jazz & Blues Festival am 13.08.1967 unter der Bezeichnung „Peter Green‘s Fleetwood Mac Featuring Jeremy Spencer“. Die Gruppe präsentierte ein Repertoire, das aus Chicago-Blues und klassischem Rock & Roll bestand.

 Im Laufe des Jahres 1968 wurde der Bandname auf Fleetwood Mac verkürzt. Die erste 68er Veröffentlichung war das von Green bereits in seiner Mayall-Zeit komponierte „Black Magic Woman“ als zweite Single der Band. Der Titel wurde jedoch nicht in der Mac-Originalversion, sondern erst durch das Remake von Santana zum weltweiten Superseller. Dieser Erfolg auf Umwegen verschaffte der Band und dem Komponisten Peter Green aber doch bereits größte Anerkennung in der internationalen Musikszene.

Wesentlich erfolgreicher als mit ihren Singles waren Fleetwood Mac 1968 mit ihren Alben. Die ersten beiden LPs der Band, „Fleetwood Mac“, das in nur drei Tagen aufgenommen wurde, und „Mr Wonderful“ (Aufnahmezeit: 4 Tage), platzierten sich länger als ein Jahr in den Hitparaden. Alle Langspielplatten Macs, die bis 1968 aufgenommen wurden, bestanden etwa zur Hälfte aus Green-Kompositionen, zu einem Drittel aus Elmore-James- oder sonstigen Coverversionen, die Spencer interpretierte und letztlich aus Spencer-Kompositionen, die stilistisch an Elmore James angelehnt waren. Vor allem Greens Eigenkompositionen bestimmten dabei den Wert und das Gesicht der jeweiligen Platte. De facto war Green unangfochtener Chef der Band und wurde in seiner Führungsrolle von niemandem in Frage gestellt. Im 4. Anlauf und mit seinem Instrumental „Albatross“ gelang um Weihnachten 1968 herum dann doch noch der große Durchbruch auf dem Singlemarkt. Dreimal in den Jahren 1968 bis 1988 erklomm dieses Stück die Top Ten der europäischen Charts. Die Platte markierte den Beginn einer weltweiten Macmania und brachte Green den Status des beliebtesten englischen Musikers ein.

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