Andy Fraser (1952 – 2015)

Schon als Teenager schrieb er mit „All Right Now“ den größten Hit seiner Karriere. Bevor er zu den Gründungsmitgliedern von Free gehörte, hatte er schon in der Band von John Mayall gehört. Später spielte Bassist und Songwriter Andy Fraser bei Bands wie Shark. Sein letztes Soloalbum war 2005 erschienen. Am 16. März ist Fraser in Kalifornien verstorben. Seit Jahren litt er unter AIDS.

Geboren wurde Andy Fraser 1952 in London. Schon mit fünf Jahren begann er zu musizieren. Zuerst erhielt er klassischen Klavierunterricht. Doch dann erhielt er mit 12 seine erste Gitarre. Und kurze Zeit später wechselte er zum Bass. Schon mit 14 Jahren spielte er in Londoner Clubs vor allem Soulmusik. Kurz zuvor war er von der Schule geflogen, weil er sich weigerte, seine Haare schneiden zu lassen. Mit 15 schrieb er sich am Hammersmith F.E. College ein, wo er Sappho Korner, die Tochter von Alexis Korner kennenlernte. Korner wurde so etwas wie ein zweiter Vater für ihn und vermittelte ihm den Kontakt zu John Mayall, der grade auf der Suche nach einem neuen Bassisten war.

Innerhalb kurzer Zeit bekam Fraser nicht nur einen neuen Bass von Mayall, sondern auch eine gerichtliche Erlaubnis, als professioneller Musiker auf Tour zu gehen. Und ehe er sich versah, stand er gemeinsam mit Mayall und Mick Taylor auf den Bühnen in Europa. Doch schon bald tauschte Mayall die Rhythmusgruppe, zu der auch noch Schlagzeuger Keef Heartley gehörte, wieder aus.

Korner vermittelte Fraser jetzt den Kontakt zum Produzenten Mike Vernon. Und so lernte er den Gitarristen Paul Kossoff, Sänger Paul Rodgers und Schlagzeuger Simon Kirke kennen und gründete mit ihnen 1968 Free.

Ihr Debütalbum „Tons of Sobs“ wurde mit Songs wie „The Hunter“ ähnlich wie die Alben von Led Zeppelin zum Lehrbuch für nachkommende Gitarristen. Und mit dem zurückgenommenen Tempo, den harten Rhythmen und Kossoffs Gitarrensounds änderte Free die Geschichte des britischen Bluesrock.

Die Songs von Free stammten damals zur einen Hälfte von Rodgers, zur anderen von Fraser. Und auch wenn ab und zu die ganze Band als Verfasser aufgeführt wurde, bildeten die beiden in Wahrheit das entscheidende Songwriter-Duo der Truppe. Mit dem dritten Album „Fire and Water“ und vor allem mit dem Lied „All Right Now“ wurde Free weltweit bekannt. Keiner von der Band liebte den Song wirklich, doch von jetzt an wurden sie für immer an dieser Nummer gemessen.

1971 brach Free auseinander. Es gab Differenzen zwischen Rodgers und Fraser. Und Kossoff entwickelte immer stärkere Drogenprobleme. Nur um das Live-Album „Free Live“ zu promoten kam Fraser noch mal kurz zurück. Doch 1972 war es vorbei mit der Urbesetzung der Band. Rodgers zog los, um Bad Company zu gründen. Und Fraser gründete Sharks, nur um gleich nach dem Debüt „First Water“ gleich wieder auszusteigen.

Für viele überraschend kam in den 80er Jahren ein Popalbum von Andy Fraser heraus. Aber eigentlich konzentrierte er sich zu der Zeit schon mehr auf seine Arbeit als Songschreiber unter anderem für Joe Cocker, Chaka Khan, Paul Young und Rod Stewart. Robert Palmer hatte mit “Every Kind of People” einen großen Hit. 2005 schließlich erschien mit „Naked an Finally Free“ das persönlichste Werk Frasers. Hier outete er sich als schwul und HIV-infiziert. Vorausgegangen waren lange Gerüchte über seinen Aidstod, der sogar von einigen Medien vermeldet wurde.

In den letzten Jahren engagierte sich Fraser für verschiedene politische Themen. Unter anderem setzte er sich für die Wahl von Barack Obama.

Autor

Der Theologe Gary Burnett unterrichtet Neues Testament und neutestamentliches Griechisch am Queen’s University Institute of Theology in Belfast. In seinem Blog "Down at the Crossroads" veröffentlicht er Texte, die besonders den Bezügen zwischen Blues und Glauben nachforschen. In der Glaubensgemeinschaft, in der Burnett lebt, organisiert er außerdem jedes Jahr einen Bluesabend wo es nicht nur Live-Musik gibt, sondern auch gemeinsam über Musik und Glauben nachgedacht wird. http://downatthecrossroads.wordpress.com

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