Gerhard Henschel – Der dreizehnte Beatle

Manchmal bin ich froh, dass ich kein radikaler Beatles-Fan bin. Denn sonst käme ich auf eine ähnliche Idee, wie Billy Shears in Gerhard Henschels Roman „Der dreizehnte Beatle“. Der hat – als ihm die Fee mit den drei Wünschen begegnet – keinen sehnlicheren Wunsch, als die erste Begegnung zwischen John Lennon und Yoko Ono zu verhindern.
Dass das in völligem Chaos oder Koma endet, ist noch der witzigste Teil des von Fakten und Namen strotzenden Romans. Man stelle sich das vor: statt Sgt Pepper wird „Mull of Kentyre“ in dem Jahr Nummer Eins. Eine Horrorvorstellung.

Der Rest der Story, wie Shears mit unendlichen Geldmitteln die 60er umkrempelt und als wandelndes Popmusikomen den Musikern auf den Nerv fällt, ist leider zu skizzenhaft geblieben. Namedropping und ähnliches reicht eben  nicht aus, um eine prinzipiell gute Idee umzusetzen. Spaßig wird dann erst wieder das Ende, wo Shears die Welt trotz der Auflösung der Beatles die verlorenen Meisterwerke zur Kenntnis bringt, erst in Monterey, später als Songschreiber für Decca (Tom Jones – Imagine, die Stones – Lady Madonna? großartige Idee).

Fazit: Absolute Beatles Narren, denen das Geld für die Mono- und die Stereoboxen im Moment fehlt, können einen vergnüglichen Abend mit dem Buch verbringen.

 

    • Verlag: Hoffmann und Campe (Oktober 2005)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3455031722
    • ISBN-13: 978-3455031720

 

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