1. Ultimate Blues Championship: Wer ist der Sieger?

Johnny Childs

Johnny ChildsMit seiner Duellforderung an Bluesstar Tommy Castro im Vorfeld der Nominierungen zu den Blues Music Awards hatte Johnny Childs für ziemliches Aufsehen gesorgt. Zu dem Duell kam es allerdings bislang noch nicht. Auch wenn Childs erst kürzlich mit einem neuen Video nachgelegt hatte im lässigen Blues-Rap-Stil. Jetzt aber hat der New Yorker Gitarrist ein Video veröffentlicht, dass als Ultimate Blues Championship angepriesen wird. Childs Gegner: der aus Norwegen stammende Gitarrist Kid Andersen von den Nighcats.

 

Der Schauplatz: Kalifornien, genauer gesagt ein Club in San Jose. Auf der Bühne stehen Rick Estrin & The Nightcats. Doch Johnny Childs möchte sich duellieren. Und Kid Anderson geht sogar darauf ein. Auch wenn Childs erst mal in der ersten Runde das Publikum für sich gewinnen muss und danach einen Junggitarristen namens Actual Child als Gegner zugewiesen bekommt. Der allerdings hat nicht wirklich eine Chance gegen die prägnanten und treibenden Linien des New Yorkers. Aber die dritte Runde hat es in sich: Von Anfang an fährt Kid Andersen Vollgas und zeigt, dass er nicht nur ein Gitarrist ist, der sämtliche technischen Finessen drauf hat. Nein: Er lässt Child auch kaum die Luft, um selbst einige Licks einzustreuen. Zum Schluss nimm Johnny – fast wie im Film Crossroad Steve Cai – ernüchtert die Gitarre vom Hals. Auch wenn kein offzieller Sieger gekürt wurde: Meiner Meinung nach ist das ein eindeutiger Punktsieg für Andersen.

Mit “Yo Tommy Castro” hat es sich Childs im Übrigen in der Bluesszene mit einigen verdorben: Candye Kane kündigte ihm in einem Kommentag die Freundschaft auf in äußerst netten Worten. Andere beschimpfen ihn ganz gewaltig. Und das hat er mit dem klassischen “Dissen” in seinem Rap ganz bewußt provoziert. Hier sind die Kommentatoren bei youtube ganz schnell in seine Falle getappt, die er aufgebaut hat. Und nur von manchen wird das gewürdigt, was Childs eigentlich ausmacht: Er ist mit seinen teilweise sehr abstrakten Licks meilenweit von dem entfernt, was andere Bluesgitarristen zur Zeit spielen. Während die die alten Schemata und Solos der letzten 60 Jahre immer wieder neu hervorholen und als ihr Meisterstück präsentieren, sucht Childs nach neuen Wegen für die Bluesgitarre. Aber da gehen gerade sehr konservative Fans natürlich nicht so leicht mit. Auch ein Captain Beefheart wurde damals zu Beginn seiner Karriere nicht als wirklich innovativer Blueskünstler angesehen. Aber ob der dann auch so öffentlichkeitswirksam sich in Pose gesetzt hat? Ich weiß es nicht, damals war ich noch nicht alt genug, um selbst Musik zu hören und zu beurteilen.

Für alle die, die die Anspielung auf “Crossroads” nicht verstehen (immerhin stammt der Film schon aus den 80er Jahren) hier noch mal die entscheidende Duellszene mit spanischen Untertiteln.

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