Irma Thomas

Irma Thomas

Irma ThomasMan nennt sie die Soul Queen of New Orleans. Wenn man bei Musikfans dort „Irma“ sagt, wissen die Leute sofort wer gemeint ist. Ebenso wie wenn man sonst bei Soulfans „Aretha“ sagt.

In den 60er Jahren sang sie „Time Is On My Side“. Wenig später hatten die Rolling Stones damit einen großen Hit. Sie sang „Ruler Of My Heart“ – einen Hit hatte Otis Redding später mit seiner Fassung von „Pain In My Heart“. Den wirklich großen Megahit hatte Irma Thomas in ihrer langen Karriere nicht. Doch wenn man in New Orleans von Irma redet, weiß jeder wer gemeint ist. So wie es bei Soulfans eben nur eine Aretha gibt. Irma Thomas ist die unbestrittene Soul Queen of New Orleans.

Geboren wurde Irma Lee am 18. Februar 1941 in Ponchatoula, Louisiana. Schon bald zogen ihre Eltern mit ihr nach New Orleans. Zu ihren frühen musikalischen Einflüssen gehören der Gospel von Mahailia Jackson und The Five Blind Boys ebenso wie der Rhythm & Blues und Soul von Percy Mayfield oder Cecil Gant. Als Teenager sang sie in einem Gospel-Quartett in ihrer Heimatgemeinde.

Mit 14 Jahren wurde sie schwanger und konnte nicht zurück zur Schule gehen. Auf Drängen ihres Vaters heiratete sie den Vater des Kindes. Aus dieser kurzen Ehe entstanden zwei Kinder. Mit 17 traf sie Andrew Thomas, den sie wenige Jahre später heiratete und ihm zwei weitere Kinder schenkte. Auch wenn auch diese Ehe nicht lange hielt, behielt Irma den Namen Thomas.

1959 wurde sich von Tommy Ridgley, einem Bandchef, entdeckt, als sie als Kellnerin in einem Club von New Orleans arbeitete. Seine Band spielte in dem Club und Irma fragte, ob sie mit ihnen singen könne. Ihr Chef mochte die Idee überhaupt nicht und feuerte sie schließlich, weil sie mehr sang als an den Tischen zu bedienen. Doch Ridgley versprach ihr einen Plattenvetrag. Ihre Debütsingle „You Can Have My Husband, But Please Don’t Mess With My Man“ erreichte 1960 den 22. Platz in der R&B-Hitparade.

Weil sie der Meinung war, dass die Plattenfirma ihr zu wenig Anteile von den Einnahmen zahlte, verließ sie das Label nach einer weiteren Single. Und sie ging zu Mint, einer anderen kleinen in New Orleans ansässigen Firma. Dort schrieb und produzierte zu der Zeit Alan Toussaint. Lieder wie „It’s Raining“, „Ruler of My Heart“ oder „I Done Got Over“ waren regional erfolgreich – auch wenn sie landesweit nicht wahrgenommen wurden.

1964 hatte Irma den größten Hit ihrer Karriere. Ihre Singe „Wish Someone Would Care“ erreichte Platz 17 in der Pop-Hitparade. Und das zu einer Zeit, als dort sich vor allem Titel britischer Bands in Folge der kurz vorher ausgebrochenen Beatlemania tummelten.  Der von ihr selbst geschriebene Titel brachte einen düsteren Rückblick auf ihr Leben. Mint Records war mittlerweile vom Major Imperial aufgekauft worden. Und Imperia veröffentlichte in den nächsten drei Jahren neun Singles und zwei LPs von Thomas – auch wenn kein wirklicher Hit dabei heraus kam. Lediglich „Time Is On My Side“ wurde weltweit bekannt. Allerdings in der Fassung von den Rolling Stones, die wenig später erschien. Doch die Fassung der Briten war eine notengetreue Umsetzung von Irmas Aufnahme.

Ihre Aufnahmen waren zu der Zeit große Produktionen mit vielen Streichern und ähnlichen Gimmicks – ähnlich wie es Singles von Dionne Warwick oder Gladys Knight & The Pips zu der Zeit waren. Imperial versorgte sie mit Material von einigen der besten Songwriter der Zeit, etwa von Burt Bacarach oder Hal David, von Randy Newman oder Van McCoy. Die ersten vier ihrer Singles für Imperial landeten alle irgendwo in den Billboard-Pop-Charts. Aber so richtig erfolgreich waren sie alle nicht. Letztlich schaffte es das Label nämlich nicht, die zu ihr passenden Lieder zu finden und entsprechend zu produzieren. Ähnlich war es auch Aretha Franklin gegangen, bevor sie bei Atlantic unter Vertrag kam. Vielleicht fehlte es Imperial aber auch einfach am Willen, die Stücke entsprechend zu promoten.

Kurzzeitig brachte sie Imperial auch wieder mit Alan Toussaint zusammen. Und als das wiederum keinen Hitparadenerfolg brachte, wurde James Brown als Produzent angeheuert. Doch „It’s A Man’s – Woman’s World“ schielte mit seiner Kombination von drei Nummer 1-Hits (It’s A Man’s World, When A Man Loves A Woman und You’ll Loose A Good Thing) zu sehr auf Erfolg, als dass es ein guter Song wäre. Heute meint Thomas, das wäre die schlechteste Platte, die sie je aufgenommen habe. 1967 lief schließlich der Vertrag mit Imperial aus. Und Irma ging zu Chess nach Chicago.

Zu der Zeit schickte Chess viele Musiker zu Muscle Shoals anstatt sie in ihren eigenen Studios zu produzieren. Das betraf auch Irma Thomas, die in der nächsten Zeit vor allem Soul Balladen aufnahm, die als Single aber höchstens geringen Erfolg hatten.  Es war ganz deutlich: Ihre Karriere ging zu dieser Zeit gewaltig den Bach hinunter. Und im Januar 1970 zog sie deshalb nach Kalifornien, wo sie für einige Jahre Autoteile verkaufte. An den Wochenenden trat sie noch immer in Clubs auf und nahm für verschiedene Produzenten Platten auf mit vernachlässigbaren Ergebnissen. Mitte der 70er zog sie schließlich nach New Orleans, wo sie als Live-Attraktion noch immer beliebt war. 1977 heiratete sie ihren damamaligen Manager Emile Jackson, mit dem sie auch einen Club in der Stadt betreibt.

Sansu, ihr damaliges Label, machte keine Aufnahmen mit ihr. Statt dessen schnitten sie ihren Auftritt beim New Orleans Jazz Fest 1976 ohne Rückfrage mit. Diese Aufnahmen kamen schließlich bei Island und Charly als Platten heraus, ohne dass sie irgendwelche Tantiemen dafür erhalten würde. Ihr nächstes Studio-Album „Soul Queen of New Orleans“ enthielt hauptsächlich Neuaufnahmen ihrer alten Hits und war 1977 ein mittlerer Erfolg. Ab 1980 versuchten Firmen wie RCS sie als neuen Popstar aufzubauen. Doch das funktionierte nicht. Und so nahm sie für etliche Jahre überhaupt nichts mehr auf und trat nur noch lokal in Erscheinung.

Doch dann kam ihr Comeback doch noch. 1986 unterschrieb sie beim Blues-Label Rounder. Jeff Hannusch, der Thomas damals  für sein Buch über den Rhythm & Blues in New Orleans interviewt hatte, empfahl sie der Firma. Hier konnte sie endlich – gemeinsam mit Scott Billington – ihre Alben selbst produzieren. Und für „Live! Simply The Best“ bekam sie 1991 ihre erste Grammy-Nominierung. Bei Rounder war sie nicht auf einen bestimmten Stil festgelegt. Selbst ein reines Gospel-Album konnte sie 1994 aufnehmen. Daneben machte sie mit 60 Jahren ihren College-Abschluss.


Durch Katrina wurde nicht nur ihr Privathaus zerstört sondern auch ihr Club The Lions Den.  Sie war zu dem Zeitpunkt gerade in Austin und beobachtete die Katastrophe im Fernsehen. Zuvor hatte sie schon andere Hurricans überlebt. Einmal war sie gerade von der Golfküste zürck nach New Orleans gefahren, als Camille das Hotel, wo sie tags zuvor noch gewohnt hatte, komplett zerstörte. Nach Katrina zog sie in die Außenbezirke von Baton Rouge. Den Club in New Orleans wird sie wahrscheinlich nicht wieder auf machen. Statt dessen konzentriert sie sich jetzt auf ihre Auftritte und neue Produktionen.

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