Anthony Gomes – … Before The Beginning

Schon auf „Up 2 Zero“ hatte Anthony Gomez sich vom Bluesrock deutlich zurück zum Blues bewegt. Und für „… Before The Beginning“ hat er gleich noch den Strom abgestellt. Herausgekommen ist ein faszinierendes Album mit einer Menge Gospelfeeling.

Kanadischer Bluesrocker verordnet sich Stromsperre

Machen wir mal ein Unplugged-Album: In der Vergangenheit kamen dabei meist (die großartigen Ausnahmen lassen sich an einer Hand abzählen) uninspirierte Lagefeuerplatten heraus. Und auch jemand, der eigentlich immer dem elektrischen Blues zugetan war, kann nicht von jetzt auf gleich ein Album mit purem Countryblues vorlegen. Soweit meine innere Reaktion, als ich las, dass Anthony Gomes ein akustisches Bluesalbum vorgelegt hat.

Aber jegliche Befürchtungen waren schon beim ersten Hördurchlauf zu den Akten gelegt. „… Before The Beginning“ ist kein Versuch in Sachen klassischer Mississippi-Country-Blues sondern eine Sammlung neuer Songs, die man am ehesten als akustischen Soulblues bezeichnen kann. Statt des einsamen Bluesman mit seiner Gitarre legt Gomez direkt mit einem ordentlichen Backgroundchor los: „Blues Is Good“, „Lady Soul“ oder „Old Ten Wheeler“ – das sind Songs, die zeitweise ein wenig nach den späten 50er Jahren klingen, als der Soul aus Blues, Gospel und vielleicht ein wenig Country entstand. Der Kanadier mit portugiesischen Vorfahren ist hier ein einschmeichelnder Sänger, der aber immer genügend Feuer in seinen Vortrag legt, um auch die definitiven Tanzmuffel zumindest innerlich in Bewegung zu versetzen.

Wer sich hier etwas an frühere Alben von Ruthie Foster erinnert fühlt, dürfte richtig liegen. Auf jeden Fall ist „… Before The Beginning“ ein absolut hörenswertes Album, dass man getrost allen seinen bluesliebenden Freunden weiterempfehlen kann.

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