In den letzten 50 Jahren hat Reno Jack schon auf diversen Platten mitgespielt. Aber erst jetzt veröffentlicht er sein erstes eigenes Album. „Lightning Fried“ (produziert von Reno Jack, Sunday Wilde und Rusty McCarthy), ist eine Mixtur aus Blues, Country und Rockabilly, bei der der Songwriter unter anderem von Watermelon Slim, Rusty McCarthy, Robert Hiughes und Janelle Frost begleitet wird.
 

Schneidend rauh und gleichzeitig sanft kommt diese Stimme daher. Und die Geschichten, die Reno Jack erzählt, sind auch nicht die alltägliche Radiokost (auch nicht bei Country- oder Bluessendern im Internet): Es geht um den Irrsinn des Internetzeitalters ebenso wie um die Wirkungen von Salz auf den menschlichen Körper, um die Zerstörungen, die ein Tornado anrichten kann wie um Marotten der heutigen Gesellschaft. Reno Jack will zum Denken anregen. Und das gelingt ihm mit seinen Liedern auf jeden Fall.

Zwischendurch spielt er auf „Lightning Fried“ auch noch paar seiner Lieblingssongs, etwa „Trying To Get To You“ von Elvis, Arthur Alexanders „Baby This Baby That“ oder Herald Nix‘ „Such A Funny Little Thing“. Mit letzterem hatte er schon in den 80ern Rockabilly gespielt und in Vancouver gar ein Konzert von The Clash eröffnet.

Vom Cowpunk der 80er und 90er hört man jetzt allerdings weniger: Eher kann man schon eine gewisse Altersweisheit in Renos Songs hören. Ja, Reno Jack hat beides zu bieten: Country und Western, aber auch Blues, Folk und etwas Jazz sind zu hören. Aber vor allem ist er ein großartiger und meist relaxter Geschichtenerzähler, dem mit „Lightning Fried“ ein tolles Album gelungen ist. (Hwy 11 Records)