Der in Philadelphia geborene Trompeter und hervorragende Bebop-Stilist Lee Morgan sammelte seine ersten Erfahrungen bei Dizzy Gillespie und Art Blakey, bevor er sich in den frühen 60ern als Leader mit eigenen Aufnahmen bei Blue Note hervortat. Obwohl musikalisch Gillespie und Clifford Brown verpflichtet, entwickelte er doch bald seine persönliche Stimme, die Halb-Ventil-Effekte ebenso beinhaltete wie Latin-Einflüsse und volltönende fließende Melodien.

Während viele von Morgans späteren Blue Note Sessions zusammen mit dem Saxophonisten Hank Mobley entstanden, stellt The Sidewinder den noch jungen Tenoristen Joe Henderson an der Seite des Detroiter Pianisten Barry Harris, des Bassisten Bob Cranshaw und des Schlagzeugers Billy Higgins in den Vordergrund. Neben dem Titelstück, einem unkonventionellen 24-taktigen Blues, ist „Totem Pole“ der kompositorische Mittelpunkt, ein Latin-Moll-Groove mit einen herausragenden Solo von Joe Henderson. Das ist die Art entspannter, durch geistreiche Darbietungen belebter Studiotermine, die das Rückgrat des Blue Note-Katalogs ausmachen.

— Fred Goodman