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Der 1971 in Viersen geborene Trompeter war schon immer ein musikalischer Grenzgänger. Diesem Ruf wird er auch auf At The End Of The Day wieder mehr als gerecht. Zwei Jahre nach Rio, dem letzten Album, seiner gelungenen Hommage an den Bossa Nova, widmet er sich diesmal mit ganzer Kraft dem Pop. Und seine Definition schließt, neben zeitlosen Songs aus den letzten fünf Jahrzehnten, durchaus auch Johann Sebastian Bachs Komposition „Air“ aus der 3. Orchestersuite mit ein. Er ist und bleibt auch eben auch auf dieser Platte ein begnadeter Brückenbauer, der mit Spielwitz und Ideen gegen längst überkommene Stilgrenzen vorgeht. Das mag nicht jedem Jazz-Puristen gefallen, ist aber letztlich auch egal, denn Till Brönner gelingt es auch mit dieser Platte wieder, sich ganz neu zu erfinden und trotzdem seine bekannten Tugenden nicht über Bord zu werfen. Auf At The End Of The Day arbeitete er erstmals mit dem Produzenten Andreas Herbig (Ich+Ich, a-ha, Udo Lindenberg) zusammen. Gemeinsam mit einer versierten Liveband spielte Brönner in den Berliner Planet Roc Studios sein bisher wohl zugänglichstes Album ein. Wer deshalb hier gleich mangelnden Tiefgang vermutet, der liegt komplett falsch. Der Trompeter und Sänger präsentiert sich in Stücken wie „Summer Breeze“, im Original von Seels & Croft, oder David Bowie’s „Space Oddity“ in bestechender Form. Man hört den Aufnahmen den Spaß, den alle Beteiligten daran hatten, förmlich an. Besonders gelungen sind neben dem samtweich dahingleitenden „We Said It All“ vor allem seine beschwingte Version des Titels „Human“ von The Killers. –Franz Stengel