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Mia Borders - Magnolia Blue


Mia Borders (Photo: Sylvia Morphy)Mia Borders gehört zu den aufkommenden Songwriterinnen aus New Orleans. Mit ihrer Band spielt sie funkigen Rhythm & Blues mit alltagstauglichen Texten. Ihr aktuelles Album "Magnolia Blue" erschien im April 2010 und wurde jetzt bei Jamendo veröffentlicht.

Das Schlagwort "RnB" ist für mich sowas wie der Knoblauch für den Vampir. Als ausgesprochener Fan von Rhythm & Blues, Blues und Soul ist mir schon die Existenz dieses Genretitels für aktuelle farbige Popmusik ein Ärgernis. Wenn allerdings unter diesem Label Musik wie die von Mia Borders vermarktet wird, dann lasse ich mir das gern gefallen.

 
Denn die Songwriterin aus New Orleans passt so gar nicht in die Ecke der gelackten Popsternchen. Wenn man sich ihre aktuelle Platte "Magnolia Blue" anhört, fühlt man sich eher in eine Blueskneipe als auf die MTV-Mattscheibe versetzt: Hier rockt eine Band und singt Songs, die kein bisschen Glamour verbreiten sondern die Geschichten erzählen, die man sich eben abends mit Freunden am Tresen erzählt. Klar ist da vom Leben und der Liebe die Rede und auch vom Verlust. Hier werden nicht die weltpolitischen Probleme gelöst. Aber man fühlt sich mit seinen eigenen Erlebnissen erkannt und ernstgenommen. Zu der Alltäglichkeit der Songs passt auch die sympathisch-unspektakuläre Stimme Mias: Hier wird nicht das Drama-Queen-Gehabe einer Amy Winehouse zelebriert sondern es singt eine Frau, die sich ihrer Stärke ebenso wie ihrer Verletzlichkeit bewußt ist. Und die nicht mehr scheinen braucht, als sie ist.

Musikalisch ist das durchaus eher Funkrock oder Soul als RnB. Und das auf hohem Niveau. Aber Magnolia Blue ist ja auch schon die vierte Scheibe von Mia Borders. Und hoffentlich bringt ihr das Album auch außerhalb der Staaten ein wenig mehr Aufmerksamkeit. Sängerin und Band hätten das auf jeden Fall mehr als verdient. Eine wirkliche schöne Veröffentlichung bei Jamendo!


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