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Dienstag, 07 September 2010

DDR-Blues: All-Star-Projekte und Unveröffentlichtes

Talkin My Blues

Blankenfelder Boogie BandIn der zweiten Hälfte der 80er Jahre gab es im DDR-Blues verschiedene All-Star-Projekte. Grund für solche Zusammenarbeit war manchmal das Polit-Rock-Spektakel "Rock für den Frieden". Manchmal ging es auch einfach nur darum, Lieder mit einer wirklich fetten Band zu produzieren. Beispiele dafür sind die AMIGA Blues Band, die Blankenfelder Boogie-Band und das Mama Blues Projekt.


In einem kleinen Land wie der DDR laufen sich die Musiker immer wieder über den Weg. Solisten wie Bernd Kleinow haben letztlich überall gespielt. Und auch zwischen den einzelnen Bands war ein ewiges Wechseln des Personals zu beobachten. So verwunderten einen bei Projekten wie der AMIGA Blues Band lediglich, dass sie Platten veröffentlichen durften. Aber vielleicht ist es nicht wirklich verwunderlich, da diese Projekte zumeist für das Prestige-Objekt „Rock für den Frieden" ins Leben gerufen wurden. Auf jeden Fall findet sich auf den Veröffentlichungen jede Menge gute Musik.

Die Amiga Blues Band wurde 1983 im Amiga-Studio gegründet und gab kurz darauf ihr Konzert-Debüt bei "Rock für den Frieden". Mitglieder dieser Formation waren Peter "Cäsar" Gläser (Renft, Karussell), Michael Lincke (g - Monokel), Frank Gahler (m-harm, ex-Monokel, No. 55), Wolfram Bodag (p, Engerling), Gerhard Laartz (org, Modern Soul), Georgi Gogow (bg, No.55), Herbert Junck (dr, Hansi Biebl). Begleitet wurden sie durch die Jazzmusiker Helmut Forsthoff (Altsaxophon), Claus-Dieter Knispel (Trompete), Dagobert Darsow (Posaune) und Norbert Jäger (Percussion). Die Band gab nur ein einziges Konzert am 29. Januar 1983 und veröffentlichte 1983 die LP Not Fade Away, auf der internationale Bluesklassiker von Walking By My Self über Little Red Rooster bis zu Not Fade Away zu hören sind.


 

Blankenfelder Boogie-Band

1988 versammelte Lutz Kerschowski eine Menge Musiker, um von ihm getextete Versionen von Rock 'n' Roll-Klassikern der 50er aufzunehmen. Das 1989 von Rio Reiser abgemischte Album ist eine der sch¨onsten Platten der sp¨aten DDR. Textlich frech und locker und musikalisch so richtig auf den Punkt gerockt. Mitgemacht haben unter anderem die Mitglieder von Engerling, Peter Gläser aber auch Kay Lutter von den damals sicher verbotenen Feygang. Die Platte ist kein reines Bluesalbum, aber in der Art der Texte ganz sicher für die Blueser der DDR interessant. Denn in den späten 80ern war der Blues ja eh nicht mehr so ganz die alleinige Musik des Untergrundes. Mittlerweile versammelten sich dort auch Punkbands und ähnliche harte Truppen. Vom Heavy Metal mal ganz abgesehen.


 

Mama Blues Project

Unter diesem Namen hatten sich Anfang 1989 siebzehn Musiker zusammengefunden: Frank Gahler (Gesang, Blues-harp), Georgi Gogow (Bassgitarre), Peter Michailow (Schlagzeug), Lothar Wilcke (Orgel), Sieghart Schubert (Keyboard, Posaune), Carsten Mohren (Keyboard), Andy Wieczorek , Bernd Hauke (Schlagzeug), Gisbert Piatkowski (Gesang, Gitarre), Alexander Blume (Piano), Michael Lefty Linke (Gesang, Gitarre), Waldemar Waldi Weiz (Gesang), Andre Jolig (Keyboard), Falk Breitkreuz (Saxophon), Joachim Hesse (Trompete), Volker Schlott (Saxophon) und Jörg Huke (Posaune). Hesse, Schlott und Huke waren zu dieser Zeit als die Fun Horns im Jazz erfolgreich. Aufgenommen wurde eine LP mit Eigenkompositionen von Gahler, Gogow und Weiz, die zwar veröffentlicht, aber durch die Wende ziemlich unterging. Mittlerweile gibt es dieses Spätwerk des DDR-Blues auch auf CD.


 

Viele Bands hatten keine Chance, Platten zu veröffentlichen. Etliche wollten das zu DDR-Zeiten auch gar nicht, weil sie keine Lust hatten, sich an die Vorgaben der Behörden zu halten. Dazu gehörten Travelling Blues oder Passat und auch die noch 1989 wegen kritischer Texte verbotenen Blue-Stift.

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Kommentare

Recht hat er, der olle Holger. Das Konzert war Gänsehaut inclusive.

steve steve

Zuhören, mitgrooven ... auch gerade live ein Erlebnis, mit ungeheurer Spielfreude spielen die Herren auf ... die CD spiegelt dies...

Torsten Rolfs Torsten Rolfs

Jaaaa das ist eine tolle Scheibe, nur reingehört bei amazon ... aber die muss ich im Regal haben herrlich ... und ohne Bass und Gitarre,...

Torsten Rolfs Torsten Rolfs

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Der Computerservice Kaufeldt Inhaber Andreas Kaufeldt ist Teilnehmer des Partnerprogramms von Amazon Europe S.à r.l. und Partner des Werbeprogramms, das zur Bereitstellung eines Mediums für Websites konzipiert wurde, mittels dessen durch die Platzierung von Werbeanzeigen und Links zu Amazon.co.uk / Javari.co.uk / Amazon.de / Amazon.fr / Javari.fr / Amazon.it Werbekostenerstattung verdient werden