Rainald Goetz – Johann Holtrop
Eine Rezension von Kristin Gora.
Eine Rezension von Kristin Gora.
Stanislaw Lem: Professor A. Donda
Bereits drei Jahre bevor am 25.07.1978 in Oldham bei Manchester Louise Joy Brown als erster in vitro gezeugte Mensch das Licht der Welt erblickte, schrieb der polnische Autor Stanislaw Lem seine eigenen Vorstellungen bezüglich eines Retortenbabys nieder. In einem etwas unordentlichen Gemeinschaftslabor werden Schleimhautzellen der „Frau, die Dondas Vaters war“, einer Navaho-Mestizin, für Versuche künstlicher Befruchtung benutzt und mit ihnen die Eizelle einer russischen Spenderin befruchtet.
„Ich war erst fünf, als es passiert ist. Jasmine war zehn. Sie war Rose‘ Zwillingsschwester. Und für Mum und Dad bleibt Jasmine immer zehn.“
Rose, die ältere Schwester des kleinen Erzählers ist tot. Sie starb bei einem Terroranschlag in London, als ein Papierkorb im Park direkt neben ihr explodierte. Jamies Eltern machen sich gegenseitig Vorwürfe und vergessen darüber ihre noch lebenden Kinder.
Stuttgart 21 ist ein fürchterliches Thema. Breitgetreten und schwabbelig beschäftigte der im Sommer 2010 eskalierte Streit um den Neubau des Hauptbahnhofs monatelang Medien, Gerichte, Zivilgesellschaften. Die abschließende Nachlese freilich steht den Literaten zu. Klug und weit blickend tut dies die Stuttgarter Schriftstellerin Anna Katharina Hahn. „Am schwarzen Berg“ verscheucht den idiotisch austreibenden Themenbusch „Stuttgart 21“ in die Peripherie, wo er essentiell auf seine Wurzel zurückgestutzt wird: Der schlingernden Suche nach dem richtigen Leben.
Der Roman „Fegefeuer“ von Sofi Oksanen beschreibt die tragische Geschichte der alten, in Estland lebenden, Bäuerin Aliide Tru, welche eines Tages ein „Bündel“ in ihrem Garten entdeckt. Das „Bündel“ stellt sich als Mensch heraus, genauer gesagt, als die russische Prostituierte Zara, die trotz der anfänglichen Skepsis von der alten Frau aufgenommen wird.Schnell stellt sich heraus, dass Zara nicht zufällig bei der alten Bäuerin gelandet ist, diese könnte nämlich die Schwester ihrer Großmutter sein.
Michael Muhammad Knight - Taqwacore. Eine Rezension von Ole Schwabe
Michael Muhammad Knight: Taqwacore
Erscheint als HardcoverPlus - Buch und E-Book in einem
Verlag Rogner & Bernhard. Erhältlich bei Zweitausendeins
306 Seiten
Euro € 19,95
ISBN 978-3-95403-000-2
jürgen landt: alles ist noch zu begreifen. Das bescheidene Projekt Nietzsches, alle Werte umzuwerten, findet seinen Ausdruck in vielen Büchern seines Oeuvres, nur ist jener Ausdruck auch stets ein anderer; die „Götzendämmerung“ trägt beispielsweise den Untertitel: „Wie man mit dem Hammer philosophiert.“ – also kein vorsichtiges herumoperieren mit subtilen Andeutungen und hintergründigen Analogien. Wenn Nietzsche mit dem Hammer philosophiert, dann schreibt der Gegenwartsautor Jürgen Landt unter Verzicht auf Kulturinstrumente wie de Hammer, mit der nackten Faust, die er sich und dem Leser unermüdlich entgegenhält und sogar hin und wieder in einen geballten Schlag von ihr ausgehen lässt.
Eine grell überzeichnete Beschreibung der Realität in Vorpommern? Eine Auseinandersetzung mit dem Biotop „Schule“? Oder die Schilderung eines stückweisen Scheiterns einer scheinbar gefüllosen Wissenschaftlerin an der Realität? Judith Schalanskys Bildungsroman „Der Hals der Giraffe“ ist all das. Und wenn der Leser will noch mehr.
Nimmt man das Buch „Fenster auf Fenster zu“ von Manuela Fuelle in die Hand durchfährt einen ein großes ‚Schade’. Es ist schade um den nichtssagenden Titel, schade um die Lebenszeit, die man mit der Lektüre vergeudete und zuletzt schade um die Autorin, da sie sprachlich sehr begabt ist.
Wer sein Buch dem Bielefelder Finanzamt widmet, zeugt von einem eigenwilligen Humor und lädt zum Weiterlesen ein. Jürgen Buchmanns Erzählung "Memoiren eines Münsterländer Mastschweins" ist nicht im konventionellen Sinne leserfreundlich konzipiert und gerade das macht es so lesenswert.
Es ist auffällig, dass sich viele der Neuveröffentlichungen des diesjährigen Bücherherbstes mit der DDR-Vergangenheit auseinandersetzen. So scheint es, dass die Jury für den Deutschen Buchpreis in diesem Jahr, dieser Tendenz Rechnung trug, indem sie den Schriftsteller Eugen Ruge für sein Romandebüt „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ auszeichneten.
Das diesjährige Aushängeschild des Aufbau-Verlages bildet ohne Zweifel die Neuausgabe von Hans Falladas letztem Roman „Jeder stirbt für sich allein“.
Judith Zander: Dinge, die wir heute sagten. dtv 2010, 480 Seiten, 16.90 €.
In die Provinz zu gehen und mit einem avantgardistischen Anspruch über die Verhältnisse aus der Perspektive eines Großstädters zu reflektieren, ist derweil nicht sonderlich originell.
Rafik Schami - Das Geheimnis des Kalligraphen
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Oktober 2010)
ISBN-10: 3423139188
ISBN-13: 978-3423139182

Jakob Hein: Herr Jensen steigt aus
Robert Klopitzke für Plattform – Die Literatursendung auf Radio 98eins
Verlag: Piper; Auflage: 5 (Dezember 2007)
ISBN-10: 3492250769
ISBN-13: 978-3492250764
Den Nagel auf den Kopf getroffen! Danke Nathan!
Für die Fans (und die, die es werden) hat Ad Vanderveen ein weiteres, sehr persönliches Album seinem reichen Schaffen hinzu gefügt....
siehe auch
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/essayunddiskurs/2103323/
Paul Barrere ist der hauptsächliche Sänger (und Songwriter). Gesangsbeiträge kommen auf dem Album auch von Sam Clayton und Fred...
Wer ist denn der neue Sänger der Band? Hab' Little Feat im Februar '13 live in Hamburg gesehen, aber ein neuer Sänger war nicht dabei....